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Zum ersten mal auf einem Rennrad

Wenn man von Kollegen überredet wird

Typischer Arbeitstag. Emails im Postfach und darunter eine, die mir sofort ins Auge springt. Betreff “Anmeldung zum Velothon 2016”. Ich mache mich schlau und lese sie mir aufmerksam durch. Jedes Jahr finden Teamevents von meinem Arbeitgeber statt, neben Events, wie Drachenboot fahren, Joggen nun auch ein Radevent. Für Verpflegung wird gesorgt und auch die Startgebühr bei der Teilnahme entfällt. Distanzen von 60 bis 120 km stehen zur Auswahl und führen quer durch Berlin, teilweise sogar durch Brandenburg.

Ich muss nicht lange warten, bis meine beiden Fahrrad- Verrückten Freunde Christian und Gottfried an meinem Tisch da sind und mir diesen Event schmackhaft machen wollen. Da sie wissen, wie gerne ich Fahrrad fahre, als ehemaliger Mountainbiker, wurde ich in purer Euphorie überredet. Doch 60 Kilometer auf dem Fahrrad hören sich sehr lang an.

Singlespeed, Mountainbike oder was?

Doch bei aller Euphorie frage ich mich “Auf was lasse ich mich dort ein?”.
Machen wir uns mal einen Überblick: Ja, ich spiele Basketball und gehe regelmäßig Joggen, somit sollte die Fitness eigentlich ausreichen. Bin ich schon einmal Rennrad gefahren? Ganz klare Antwort: “Bisher nur emotional bei der Tour de France”.
Kommen wir zu meinem Equipment, welches überschaubar ist:

  • Ein Mountainbike mit 3.0 Reifen für die härtesten Berge im flachen Berlin
  • ein Stahlrad, welches auf Singlespeed umgerüstet wurde
  • ich besitze zudem einen Mountainbikehelm und Sportsachen vom Joggen.
 

Schnell wird mir klar, so gerne wie ich auf dem Fahrrad sitze, bin ich wirklich bereit ohne Pause 60 km zu fahren? Und wann bin ich überhaupt so viele Kilometer am Stück gefahren? Ich fange an zu grübeln. Vielleicht zum Herrentag mit Zwischenstopp in dem ein oder anderen Biergarten, ansonsten fällt mir keine Fahrt ein.

Also frage ich Christian, wie er das macht. “Mit einem Rennrad wäre das wohl ohne Probleme zu schaffen” antwortete Christian. Stimmt! Doch ein Rennrad kannte ich nur aus dem Fernsehen, wo ich als Jugendlicher Jan Ullrich bei der Tour de France zugesehen hatte. Zudem soll eine Hose mit Sitzpolstern goldwert sein, die müsste ich mir wohl bei einem Fahrradladen zulegen.

Wie komme ich an ein Rennrad?

Ich habe absolut kein Plan von Rennrädern, ich weiß nicht worauf es ankommt, was beachtet werden sollte und Fragen, Aluminium oder Carbon haben sich nicht ansatzweise für mich gestellt. Ich möchte einfach nur an diesem Event teilnehmen und ankommen. Also surfe ich im Internet und suche nach Möglichkeiten ein Rad auszuleihen. 

Dabei werde ich fündig bei einem Anbieter für Radreisen, der die Marke Bergamont ausleiht. Ich buche einen Termin für das Wochenende am Sonntag, wo der Velothon stattfindet. Zwei Tage vor dem großen Event fahre ich mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in die Innenstadt zur der genannten Adresse. Dort angekommen, teile ich meine Buchungsnummer und meine Körpergröße mit. Eine der erste Gegenfragen, die ich gestellt bekomme, ob ich meine eigenen Klickpedale besitze oder “normale” Pedalen montiert werden sollen. Für mich entstehen Fragezeichen und ich entscheide mich für die einfache Variante.

Ich fahre eine Proberunde und fühle mich wie “Speedy Gonzales”, diese Beschleunigung und Wendigkeit in einem, sind für mich ein absoluter Adrenalin- Booster. Pure Freude mit einem breiten Grinsen machen sich auf meinen Gesicht breit. Das Fahrrad passt von der Größe, ich hinterlege meinen Führerschein als Kopie und tätige eine Anzahlung plus Kaution.

In meinem nächsten Beitrag ist es nun soweit, mein erstes Jedermannrennen mit einem Rennrad und einer Hose mit Polstern steht an, das kann ja was werden.

Bis bald Euer Julian

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